Renault Clio 6. Generation im Test: Der französische Bestseller wird zum Design-Highlight

Renault Clio 6. Generation im Test: Der französische Bestseller wird zum Design-Highlight

Der Renault Clio ist eine echte Legende: Mit über 17 Millionen verkauften Einheiten ist er das beliebteste französische Auto aller Zeiten. Die nun startende sechste Generation zeigt eindrucksvoll, dass Renault bereit ist, mutige Wege zu gehen. Das Design wurde radikal modernisiert und wirkt durch die kantigen LED-Lichtelemente und den tief sitzenden Kühlergrill extrem sportlich und innovativ. Preislich bleibt der Clio dabei bodenständig: Der Startpreis liegt bei 19.900 €. Damit ist er zwar minimal teurer als sein Vorgänger, bietet aber bereits in der Basis einen deutlich kräftigeren 115-PS-Turbomotor anstatt eines schwachen Saugers. Unser Testwagen in der Esprit Alpine Ausstattung und dem E-Tech Full Hybrid 160 markiert mit einem Preis von 29.500 € die Spitze der Modellpalette.

In der Länge ist der Clio um fast sieben Zentimeter auf 4,12 Meter gewachsen, was ihn zusammen mit einer Breite von 1,77 Metern und einer Höhe von 1,45 Metern präsenter auf der Straße stehen lässt. Trotz des Wachstums bleibt er mit einem Wendekreis von nur 10,4 Metern ein ideales Stadtauto. Besonders hervorzuheben ist die aerodynamische Optimierung, die sich in Details wie den verdeckten Türgriffen hinten und den neuen Felgendesigns (16 bis 18 Zoll) widerspiegelt.

Fahreindruck

Auf der Straße präsentiert sich der neue Clio als agiler und zugleich sicherer Begleiter. Dank des geringen Gewichts von etwa 1,3 Tonnen liegt der Wagen satt auf der Straße und lässt sich sogar recht sportlich durch Kurven zirkeln, ohne dabei unangenehme Wankbewegungen zu zeigen. Die Geräuschdämmung ist für diese Fahrzeugklasse beachtlich; selbst bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn bleibt es im Innenraum angenehm ruhig. Ein echtes Highlight sind die Assistenzsysteme: Mit bis zu 29 verfügbaren Helfern, darunter ein exzellenter adaptiver Tempomat mit Spurzentrierung, ermöglicht der Clio autonomes Fahren auf Level 2. Besonders praktisch ist der personalisierte Assistenzknopf, mit dem man individuelle Einstellungen (wie das Deaktivieren des Tempowarners) mit nur zwei Klicks bei jedem Fahrtantritt aktivieren kann. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt die Abstimmung des Hybridsystems: Wenn der Verbrenner als Generator die Batterie lädt, kann es im Innenraum kurzzeitig unerwartet laut und die Leistungsabgabe etwas ungleichmäßig werden.

Platzangebot

Obwohl der Clio außen gewachsen ist, bleibt das Raumangebot im Fond klassentypisch kompakt. Personen bis zu einer Körpergröße von 1,80 Metern sitzen hinter einem ebenso großen Fahrer gerade noch bequem, darüber hinaus wird es an den Knien und am Kopf aufgrund der abfallenden Dachlinie eng. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 309 Litern, was beim Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.094 Liter anwächst. Damit bietet er zwar etwas weniger Volumen als sein Vorgänger, punktet aber mit einer um vier Zentimeter abgesenkten Ladekante, was das Beladen von schweren Einkäufen spürbar erleichtert. Im Innenraum finden sich zudem praktische Ablagen, wie ein ausziehbares Fach unter der Mittelarmlehne, auch wenn im Fond auf eigene Luftdüsen oder USB-Anschlüsse verzichtet werden muss.

Innenraum

Der Innenraum der Esprit Alpine Ausstattung versprüht ein modernes und hochwertiges Ambiente. Materialien wie Mikrofaser an der Armaturentafel und blaue Ziernähte sorgen für einen sportlichen Touch. Das Cockpit wird von einem digitalen Instrumentencluster und dem neuen OpenR Link Infotainment mit integrierten Google-Diensten dominiert. Die Bedienung von Google Maps direkt auf dem 12-Zoll-Display ist flüssig und intuitiv, was den Clio technologisch an die Spitze seines Segments hebt. Dennoch hat Renault an den richtigen Stellen physische Tasten für die Klimaanlage beibehalten. Ein cleveres Detail ist die induktive Ladefläche für Smartphones in der Mittelkonsole. Während vorne weiche Oberflächen dominieren, findet man im Fond erwartungsgemäß mehr Hartplastik, was in dieser Preisklasse jedoch absolut üblich ist.

Motorvarianten und Ladetechnik

Renault bietet für den Clio drei Antriebskonfigurationen an. Den Einstieg macht der TCE 115, ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 115 PS, der wahlweise mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder Automatik erhältlich ist. Das Prunkstück ist jedoch der von uns getestete E-Tech Full Hybrid 160. Hier arbeitet ein 1,8-Liter-Saugermotor mit zwei Elektromotoren zusammen, was eine Systemleistung von 158 PS ergibt. Dieser Antrieb ist besonders in der Stadt extrem effizient; wir konnten Realverbräuche von bis zu 3,8 Litern erzielen. Auf der Autobahn liegt der Clio bei etwa 5,7 Litern, was eine Gesamtreichweite von bis zu 950 Kilometern mit einer Tankfüllung (39 Liter) ermöglicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h abgeregelt, was für den Alltag mehr als ausreichend ist.

Fazit

Der Renault Clio in der sechsten Generation ist ein rundum gelungenes Fahrzeug, das vor allem durch sein innovatives Design und die moderne Google-Integration im Innenraum besticht. Er bietet viel Technik und Sicherheit zu einem Preis, der ihn im Vergleich zur Konkurrenz wie dem VW Polo oder Peugeot 208 sehr attraktiv macht. Wer ein sparsames Stadtauto sucht, das auch auf Langstrecken mit guten Assistenzsystemen glänzt, findet im Clio einen der besten Allrounder seiner Klasse. Trotz kleinerer Schwächen bei der Geräuschkulisse des Hybrid-Ladevorgangs bleibt er die Benchmark für französische Kleinwagen und bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Autor

Autos begleiten mich nicht nur – sie prägen mich. Schon früh hat sich bei mir eine tiefe Begeisterung für alles entwickelt, was vier Räder hat. Diese Leidenschaft geht weit über den Alltag hinaus: Motorsport ist ein fester Bestandteil meines Lebens, genauso wie die Faszination für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte – vom kompromisslosen Sportwagen bis hin zum durchdachten Alltagsauto.

Über die Jahre habe ich mir durch zahlreiche Testberichte und praktische Erfahrungen ein fundiertes Verständnis für Fahrzeuge erarbeitet. Ich durfte viele Autos nicht nur kurz bewegen, sondern sie wirklich kennenlernen – auf der Straße, im Alltag und in unterschiedlichsten Situationen. Genau dieser Erfahrungsschatz fließt in meine Inhalte ein.

Danke, dass Ihr meine Leidenschaft teilt und Euch die Zeit nehmt, meine Inhalte zu verfolgen.

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