Mit dem brandneuen Dacia Striker feiert ein völlig neues Modell seine offizielle Studio-Premiere. Die rumänische Renault-Tochter wagt damit den gezielten Angriff auf das hart umkämpfte C-Segment der Kompaktklasse. Ganz im Sinne der Markenphilosophie „Eco Smart, robust und outdoor“ positioniert sich der Striker als eine clevere Alternative, die die Vorzüge dreier Welten vereinen soll: die erhöhte Sitzposition und Geländetauglichkeit eines SUVs, die Variabilität eines Kombis sowie die Effizienz einer klassischen Limousine. Dacia hat bereits eine deutliche Kampfansage formuliert und verspricht einen Startpreis von unter 25.000 €. Die Top-Ausstattungen dürften sich knapp über der 30.000-Euro-Marke bewegen. Das Modell wird in den vier bekannten Ausstattungslinien Essential, Expression, Extreme und der hier präsentierten, edlen Top-Linie Journey auf den Markt kommen.
In den Abmessungen erweist sich der Striker mit einer Länge von 4,62 Metern, einer Breite von 1,82 Metern und einer Höhe von 1,53 Metern als echtes Raumwunder, das den SUV-Bruder Bigster in der Länge sogar um fünf Zentimeter übertrifft. Die Linienführung erinnert an ein modernes Crossover- bzw. Shooting-Brake-Design mit einer leicht abfallenden Dachlinie. Ein echter Trumpf für den Alltag ist die massive Bodenfreiheit von 19 Zentimetern (beim Allradmodell sogar 20 Zentimeter), die das Einsteigen erleichtert und dem Kombi echte Schlechtwege-Eigenschaften verleiht.
Optisch setzt das Fahrzeug auf die neue Designsprache der Marke mit der markanten, T-förmigen LED-Lichtsignatur an den Scheinwerferecken und dem „Dacia Link“-Logo im schwarz glänzenden Kühlergrill. Zu den Karosserie-Besonderheiten zählen ein langes Panorama-Glasdach sowie robuste Verkleidungen aus dem recycelten Kunststoff-Material „Starkle“. Ganze 47 kg an recycelten Kunststoffen wurden hier verbaut. Wer die Basislinie Essential wählt, erhält ab Werk 17-Zoll-Stahlfelgen, während ab der Expression-Linie Leichtmetallfelgen in 17, 18 oder massiven 19 Zoll Einzug halten. Ein kleiner haptischer Wermutstropfen zeigt sich bei den Scheinwerfern: Trotz Top-Ausstattung ist das Fernlicht hinter den LED-Linsen weiterhin mit konventioneller Halogentechnik bestückt – Matrix-LED-Licht sucht man in der Dacia-Preisliste vergeblich. Der Zugang erfolgt schlüssellos via Keyless-Go, und an den vorderen Seitenspiegeln sind Linsen für eine 360-Grad-Kamera0 sowie ein Totwinkel-Warner integriert. Alle Karosserieteile verkommen ohne Chrom-Zierrat, da Dacia konsequent auf umweltfreundlichere Materialien setzt.
Antriebskonzepte und Allradtechnik
Da es sich bei dieser Vorstellung um eine exklusive Studio-Premiere handelt, konnte das Fahrzeug noch nicht dynamisch auf der Straße bewegt werden. Ein detaillierter Blick auf die hochinteressante Motorenpalette lohnt sich dennoch, da Dacia hier auf modernste Renault-Konzerntechnik zurückgreift. Insgesamt stehen vier Antriebskonfigurationen zur Auswahl.
Mildhybrid G140 (ECO-G): Der Einstiegsmotor kombiniert einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbomotor mit einem 48-Volt-Mildhybridsystem (0,8 kWh Akku) und leistet 140 PS. Die Besonderheit ist das Dacia-typische Bivalenz-Konzept: Neben einem 50-Liter-Benzintank ist ein 60-Liter-LPG-Autogastank (50 Liter effektiv nutzbar) verbaut. Diese Kombination ermöglicht eine immense Gesamtreichweite von über 1.300 Kilometern. Dieser Motor ist als einziger an ein Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt.
Hybrid 155: Ein echter Vollhybrid (FHEV) auf Basis eines 1,8-Liter-Vierzylinder-Saugmotors (109 PS) und eines 49 PS starken Elektromotors, gekoppelt an ein innovatives Multimode-Automatikgetriebe. Das System leistet 158 PS Systemleistung und greift auf eine 1,4 kWh große Batterie zurück. Dacia verspricht, dass der Kombi im urbanen Raum bis zu 80 % der Fahrzeit rein elektrisch und somit extrem emissionsarm zurücklegen kann.
Hybrid 150 4×4 (Allrad): Die technologische Speerspitze verbindet den 1,2-Liter-Mildhybrid-Turbomotor (140 PS, 230 Nm) an der Vorderachse mit einem 31 PS (23 kW) starken Elektromotor mit 87 Nm Drehmoment an der Hinterachse. Das Besondere an diesem Allrad-Konzept: Der Heckmotor arbeitet rein elektrisch und ist mechanisch nicht mit der Front verbunden. Bei normalen Fahrbedingungen entkoppelt sich die Hinterachse komplett, wodurch das Fahrzeug als hocheffizienter Fronttriebler agiert.
Gesteuert wird das 4×4-System im Innenraum über ein praktisches Dreh-Drück-Stellrad in der Mittelkonsole, das fünf spezifische Modi bereithält. Während das System im Eco– und Auto-Modus auf Standby verweilt und sich nur bei Gripverlust blitzschnell zuschaltet, wird die Kraft in den Programmen Snow, Mud und Sand permanent an alle vier Räder verteilt. Im speziellen Offroad-Modus (Lock) bleibt der Allradantrieb bis zu einer Geschwindigkeit von 70 km/h starr gesperrt. Dank des sofort anliegenden Drehmoments des hinteren E-Motors und einer integrierten Bergabfahrhilfe bietet der Striker beachtliche Geländeeigenschaften im leichten Offroad-Terrain.
Platzangebot
Der lange Radstand von 2,79 Metern sorgt im Innenraum für fürstliche Platzverhältnisse , allerdings mit einer kleinen Einschränkung im Fond. Da das Crossover-Konzept die Vorzüge eines SUV-Fahrwerks mit einer leicht abfallenden Kombi-Dachlinie kreuzt, schrumpft die Kopffreiheit im Fond im seitlichen Bereich merklich. Größere Passagiere ab 1,80 Meter stoßen hier leicht mit dem Kopf an den Dachhimmel, wenngleich das mittig platzierte Panorama-Glasdach für etwas Entlastung sorgt. Die Knie- und Beinfreiheit ist dagegen absolut massiv bemessen, und auch die Fußfreiheit unter den Vordersitzen lässt keine Wünsche offen. Praktisch: An den Rücklehnen der Vordersitze ist das innovative YouClip-System verbaut, an dem sich Zubehör wie Cupholder, Taschenlampen oder Tablet-Halterungen einklipsen lassen. Die Materialqualität im Fond ist robust ausgelegt – alle Verkleidungen und selbst die Armauflagen an den Türen bestehen aus hartem Kunststoff. In der Mittelkonsole befinden sich zwei Luftdüsen sowie zwei USB-C-Ladebuchsen. Die Mittelarmlehne verfügt über zwei kleine Cupholder und ein weiteres YouClip-Modul. Die ISOFIX-Punkte sind elegant hinter Reißverschlüssen im bayerischen Nappaleder (oder optionalen Kunststofffaser-Bezügen beim Extreme) versteckt.
Das Kofferraumvolumen setzt im C-Segment ein dickes Ausrufezeichen und fasst im Standardzustand herausragende 600 Liter (bzw. 595 Liter mit Subwoofer). Über zwei mechanische Hebel direkt an den Kofferraumwänden lässt sich die im 40:60-Split geteilte Rückbank im Handumdrehen komplett flachlegen. Dank einer ausklappbaren Stoff-Verkleidung an den Lehnen entsteht eine vollkommen ebene Ladefläche ohne störende Kante. Eine besonderheit in der Journey-Ausstattung ist der dreiteilige, modulare Unterboden: Die Bodenelemente lassen sich komplett entnehmen und vertikal als Laderaumteiler einsetzen. Zudem besitzen sie eine robuste Schmutzseite, auf die nasses oder dreckiges Equipment geladen werden kann, ohne den restlichen Filz-Teppich zu beschmutzen. Der Laderaum verfügt zudem über ein Halogen-Licht, einen 12V-Anschluss sowie zusätzliche YouClip-Befestigungspunkte. Die Heckklappe öffnet in der Topversion erstmals bei Dacia vollelektrisch und berührungslos per erkennung des Schluessels.


















Innenraum
Das Cockpit des Dacia Striker präsentiert sich funktional, schnörkellos und überraschend modern. Hinter dem griffigen Vierspeichen-Lederlenkrad verbirgt sich – je nach Auslieferung – ein kompaktes 7-Zoll- oder ein neues, freistehendes 10-Zoll-Digitaldisplay, das fahrrelevante Daten mit einem dreidimensionalen Schwebeeffekt darstellt. Das Zentrum des Armaturenbretts wird von einem 10,1 Zoll großen Infotainment-Touchscreen dominiert. Die Software läuft flüssig und bietet eine kabellose Anbindung von Apple CarPlay und Android Auto. Eine integrierte connected Navigation versorgt den Fahrer mit Echtzeit-Verkehrsdaten. Ein genialer Ergonomie-Schachzug von Dacia: Direkt neben dem Bildschirm befindet sich ein physischer „My Safety“-Knopf, über den sich individuell vorkonfigurierte Assistenzsysteme (wie der nervige EU-Geschwindigkeitswarner oder der Spurhalteassistent) bei jedem Fahrtantritt mit nur einem einzigen Tastendruck stummschalten lassen.
Die Materialauswahl bleibt dacia-typisch pragmatisch: Das Armaturenbrett besteht im oberen Bereich aus robustem Hartplastik, wird im Sichtbereich der Journey-Linie jedoch durch großflächige, wohnliche Stoffapplikationen und Dekorelemente aus „Starkle“-Recyclingmaterial aufgewertet. Ein cleveres Komfort-Detail versteckt sich an der Seite der Armaturentafel: Hier ist serienmäßig ein robuster Eiskratzer integriert, der im Winter sofort griffbereit ist. Die Klimaautomatik wird vorbildlich über eine separate Tastenleiste unter dem Bildschirm gesteuert. In der Mittelkonsole befinden sich eine induktive Smartphone-Ladestation, zwei USB-C-Buchsen, ein 12V-Anschluss sowie der mechanische Wählhebel für das Automatikgetriebe. Eine absolute Premiere für ein Dacia-Fahrzeug ist die Integration einer elektrischen Parkbremse inklusive Auto-Hold-Funktion. Die Mittelarmlehne ist weich gepolstert und verbirgt ein gigantisches Staufach mit 6,7 Litern Volumen. Fahrer- und Beifahrersitz sind in der Top-Variante elektrisch in der Höhe und Neigung verstellbar, zudem sind eine Sitzheizung sowie eine Lenkradheizung an Bord. Die Sicht nach hinten ist durch das relativ kleine Heckfenster leicht eingeschränkt, wird beim Rangieren jedoch durch die hochauflösende Rückfahrkamera ausgeglichen.
Fazit
Mit dem Dacia Striker gelingt den Rumänen ein hocheffizienter und extrem wettbewerbsfähiger Einstieg in die automobile Kompaktklasse. Das neuartige Crossover-Konzept bietet Familien und Outdoor-Enthusiasten ein unschlagbares Paket aus phänomenaler Variabilität und modernster Hybrid- und Allradtechnik. Dank der cleveren Ergonomie-Details wie dem YouClip-System, der Auto-Hold-Funktion und dem „My Safety“-Knopf beweist Dacia, dass man verstanden hat, worauf es Kunden im Alltag ankommt.
Im direkten Konkurrenzumfeld steht der Striker exzellent da: Ein Skoda Octavia Combi (ab 29.840 €) bietet zwar mit 640 Litern etwas mehr Kofferraum im Standardzustand, ist jedoch als magerer 116-PS-Benziner bereits knapp 5.000 € teurer. Ähnliches gilt für den VW Golf Variant (ab 30.500 €) oder den Kia K4 Sportswagon (ab 29.890 €). Einzig der Toyota Corolla Touring Sports (ab 30.600 €) bietet ein vergleichbares Vollhybrid-Konzept, verzichtet jedoch komplett auf Allrad-Optionen und eine erhöhte Bodenfreiheit. Wer über den hohen Hartplastik-Anteil im Fond und die knappe Kopffreiheit hinwegsehen kann, erhält mit dem Dacia Striker einen unschlagbar günstigen, robusten und hocheffizienten Familienkombi mit modernem Lifestyle-Charakter.
Der Autor
Autos begleiten mich nicht nur – sie prägen mich. Schon früh hat sich bei mir eine tiefe Begeisterung für alles entwickelt, was vier Räder hat. Diese Leidenschaft geht weit über den Alltag hinaus: Motorsport ist ein fester Bestandteil meines Lebens, genauso wie die Faszination für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte – vom kompromisslosen Sportwagen bis hin zum durchdachten Alltagsauto.
Über die Jahre habe ich mir durch zahlreiche Testberichte und praktische Erfahrungen ein fundiertes Verständnis für Fahrzeuge erarbeitet. Ich durfte viele Autos nicht nur kurz bewegen, sondern sie wirklich kennenlernen – auf der Straße, im Alltag und in unterschiedlichsten Situationen. Genau dieser Erfahrungsschatz fließt in meine Inhalte ein.
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