Mit dem KGM Actyon feiert eine Marke ihre Premiere auf unserer Platform, die viele vielleicht noch unter ihrem alten Namen kennen: SsangYong. Der südkoreanische Hersteller KGM (KGMobility) möchte mit dem Actyon zeigen, dass SUV-Design nicht immer rundgelutscht sein muss. Unter dem Motto „Powered by Toughness“ präsentiert sich der Actyon mit einer markanten, kantigen Optik, die durch Designdetails wie die (funktionslosen) Griffe auf der Motorhaube einen robusten Offroad-Look erhält. Mit einer Länge von 4,74 Metern, einer Breite von 1,91 Metern und einer Höhe von knapp 1,68 Metern positioniert er sich als stattliches SUV in der Mittelklasse. Trotz der südkoreanischen Herkunft ist das Servicenetz mit 134 Standorten in Deutschland bereits solide aufgestellt. Preislich startet der Actyon als Hybrid bei 44.890 €. Das klingt im ersten Moment nach viel, relativiert sich jedoch schnell, wenn man bedenkt, dass das Fahrzeug zu diesem Preis nahezu voll ausgestattet ist. Lediglich Extras wie ein Panoramaglasdach oder spezielle Lackierungen, wie das schicke Dandy Blue unseres Testwagens (Aufpreis ca. 1.300 €), treiben den Preis geringfügig nach oben. Ein wichtiger Hinweis für Konfigurations-Fans: Wer sich für die stylische Zweifarblackierung entscheidet, muss aufgrund der Dachkonstruktion auf das Panoramaglasdach verzichten.
Fahreindruck
Im täglichen Fahrbetrieb gibt sich der KGM Actyon als komfortabler Begleiter. Besonders hervorzuheben ist das Zusammenspiel der Antriebskomponenten, das über 12 verschiedene Betriebsmodi verfügt, die das System vollautomatisch steuert. In der Stadt fährt der Actyon meist rein elektrisch an, was für ein sehr ruhiges und sanftes Vorankommen sorgt. Der Wendekreis von 10,86 Metern ist für ein Fahrzeug dieser Größe beachtlich und macht ihn erstaunlich wendig. Die Federung ist angenehm abgestimmt, und die Lenkung bietet einen soliden, wenn auch leicht schwergängigen Widerstand, an den man sich schnell gewöhnt. Auf der Autobahn zeigt sich jedoch die Kehrseite der massiven Bauweise: Ab 130 km/h wird der Vortrieb zäher, und die Höchstgeschwindigkeit ist bei 175 km/h erreicht. Hier merkt man, dass der Actyon kein „Autobahnwunder“ ist, sondern seine Stärken eher im entspannten Gleiten auf der Landstraße oder im Stadtverkehr hat. Die Assistenzsysteme, inklusive des adaptiven Tempomaten und des Travel Assist, verrichten ihre Arbeit zuverlässig und halten den Wagen sicher in der Spur.
Platzangebot
Das Raumgefühl im Actyon ist eines seiner größten Pluspunkte. Dank eines Radstandes von 2,68 Metern bietet er vor allem im Fond eine „massive“ Beinfreiheit, die selbst für Personen über 1,80 Meter extrem großzügig ausfällt. Auch die Kopffreiheit ist trotz des markanten Dachverlaufs mehr als ausreichend. Der Kofferraum bietet im Standardzustand ein Volumen von 668 Litern, was für die meisten Alltagssituationen und Urlaubsreisen völlig genügt. Klappt man die Rücksitze um, entsteht eine ebene Ladefläche mit bis zu 1.568 Litern Stauraum. Ein nettes Detail für die Sicherheit: Der Kofferraum lässt sich von innen manuell entriegeln. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt die Anhängelast beim Hybrid: Mit 1.300 kg gebremst und einer Stützlast von zunächst nur 52 kg (soll auf 60 kg angehoben werden) ist er für schwere Gespanne oder mehrere schwere E-Bikes auf dem Träger nur bedingt geeignet. Wer mehr ziehen muss, sollte zum reinen Benziner greifen, der bis zu 1,8 Tonnen bewältigt.





Innenraum
Im Interieur setzt KGM auf moderne Technik und eine überraschend hohe Materialqualität, die auch in der zweiten Reihe kaum abnimmt. Das Cockpit wird von einer großen Display-Einheit dominiert, die das digitale Kombiinstrument und das Infotainment-System (auf TomTom-Basis) vereint. Ein echtes Highlight für diese Preisklasse sind die elektrisch verstellbaren Sitze, die nicht nur beheizt, sondern auch extrem effektiv belüftet sind. Die Bedienung erfolgt über haptische Knöpfe am Lenkrad und Schnellwahltasten am Touchscreen, was den Verzicht auf ein Head-up-Display verschmerzbar macht. Die optische Gestaltung mit Elementen wie dem Gangwahlhebel aus Glaskristall und der Ambientebeluchtung verleiht dem Raum eine hochwertige Note. Kritikpunkte gibt es nur im Detail: Apple CarPlay und Android Auto funktionieren leider nur kabelgebunden, und die Oberflächen im Klavierlack-Design (Piano Black) sind sehr anfällig für Staub und Fingerabdrücke.
Motorvarianten
Das Herzstück des neuen Actyon Hybrid ist der sogenannte „DualTech“-Antrieb. Hier arbeitet ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor (150 PS) mit einem Elektromotor (177 PS) zusammen, was eine Systemleistung von 204 PS ergibt. Eine 1,83 kWh große Batterie puffert die Energie. Das System ist darauf ausgelegt, den Verbrenner bei niedrigen Geschwindigkeiten oft nur als Generator zu nutzen, um die Batterie zu laden, während der Elektromotor den Antrieb übernimmt. In Sachen Effizienz schlägt sich das System gut: Während wir auf der Autobahn bei Topspeed-Versuchen bis zu 9 Liter verbrauchten, lässt sich der Actyon auf der Landstraße und in der Stadt problemlos mit etwa 6 Litern bewegen. Neben dem Hybrid bietet KGM den Actyon auch als reinen 1,5-Liter-Benziner an, der vor allem für Kunden interessant ist, die eine höhere Anhängelast benötigen.
Fazit
Der KGM Actyon Hybrid überzeugt durch ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für unter 45.000 € erhält man ein Fahrzeug, das optisch aus der Masse hervorsticht und technisch mit Sitzkühlung, 360-Grad-Kamera und umfangreichen Assistenten voll ausgestattet ist. Er punktet mit einem enormen Platzangebot und einem komfortablen Fahrverhalten, auch wenn er bei hohen Autobahngeschwindigkeiten an seine Grenzen stößt. Wer ein individuelles, geräumiges SUV sucht und nicht zwingend Wert auf deutsche Premium-Preise legt, findet im Actyon eine sehr starke Alternative. Besonders die 5-Jahres-Garantie (7 Jahre auf Hochvoltkomponenten) sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Kauf eines Modells dieser hierzulande noch weniger bekannten Marke.
Der Autor
Autos begleiten mich nicht nur – sie prägen mich. Schon früh hat sich bei mir eine tiefe Begeisterung für alles entwickelt, was vier Räder hat. Diese Leidenschaft geht weit über den Alltag hinaus: Motorsport ist ein fester Bestandteil meines Lebens, genauso wie die Faszination für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte – vom kompromisslosen Sportwagen bis hin zum durchdachten Alltagsauto.
Über die Jahre habe ich mir durch zahlreiche Testberichte und praktische Erfahrungen ein fundiertes Verständnis für Fahrzeuge erarbeitet. Ich durfte viele Autos nicht nur kurz bewegen, sondern sie wirklich kennenlernen – auf der Straße, im Alltag und in unterschiedlichsten Situationen. Genau dieser Erfahrungsschatz fließt in meine Inhalte ein.
Danke, dass Ihr meine Leidenschaft teilt und Euch die Zeit nehmt, meine Inhalte zu verfolgen. 🚗

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