Mit dem Smart #5 Brabus betritt ein Fahrzeug die Bühne, das optisch zunächst wie ein harmloser Kasten auf Rädern wirkt, technisch jedoch in der Liga der Supercars mitspielt. Smart hat sich unter der gemeinsamen Leitung von Mercedes und Geely komplett neu erfunden: Weg vom Kleinstwagen, hin zum ausgewachsenen Premium-SUV. Das Fahrzeug misst stattliche 4,70 Meter in der Länge, 1,92 Meter in der Breite und ist stolze 1,71 Meter hoch. Mit einem Radstand von 2,90 Metern bietet er Platzverhältnisse, die man früher bei Smart niemals für möglich gehalten hätte. Der preisliche Einstieg beginnt bei 45.900 € für die Pro-Variante. Unser Testmodell, der Brabus, markiert mit 60.900 € das obere Ende der Palette. Dafür erhält man jedoch ein Allrad-Monster mit 646 PS und 710 Nm Drehmoment, das den Sprint von 0 auf 100 km/h in unglaublichen 3,8 Sekunden absolviert – ein Wert auf dem Niveau eines Audi RS3. Trotz seiner bulkigen Form erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h und bietet ein markantes Design mit roten Brabus-Akzenten und 21-Zoll-Felgen.
Fahreindruck
Hinter dem Steuer entpuppt sich der Smart #5 Brabus als echter Dynamiker, allerdings mit einem Fokus auf Komfort. Das Fahrwerk ist vergleichsweise weich abgestimmt, was zwar Bodenwellen gut schluckt, aber in schnellen Kurven zu spürbaren Wankbewegungen führt. Dennoch ist die Beschleunigung schlichtweg atemberaubend; im Brabus-Modus schießt das 2,3 Tonnen schwere SUV fast schon beängstigend nach vorne. Dank der exzellenten Geräuschisolierung und der Doppelverglasung bleibt es im Innenraum selbst bei über 200 km/h erstaunlich ruhig. Die Lenkung lässt sich individuell konfigurieren, wirkt aber in manchen Situationen etwas synthetisch. Ein großer Pluspunkt sind die Assistenzsysteme wie der Smart Pilot, der die Spur zuverlässig hält. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt die Bedienung: Viele Funktionen wie die Spiegelverstellung müssen über das Infotainment-System gesteuert werden, was während der Fahrt ablenken kann. Dank Over-the-Air-Updates (OTA) hat Smart jedoch bereits nachgebessert, um beispielsweise den nervigen Tempowarner schneller deaktivieren zu können.
Platzangebot
Das Raumangebot im Smart #5 ist schlichtweg phänomenal. Besonders im Fond spürt man den langen Radstand: Dank des „Chauffeur-Modus“ lässt sich der Beifahrersitz nach vorne klappen, während man hinten die Rückenlehne in eine gemütliche Liegeposition bringt – Beinfreiheit ist hier im Überfluss vorhanden. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 630 bis 1.530 Litern. Obwohl die Ladefläche recht hoch liegt, was das Beladen schwerer Gegenstände erschweren kann, ist der Stauraum durch die umklappbare Rückbank gut nutzbar. Ein echtes Highlight für E-Auto-Fans ist der „Frunk“ unter der Motorhaube: Mit 47 Litern Volumen bietet er genügend Platz für Ladekabel und Kleinkram und lässt sich bequem per Tastendruck am Schlüssel öffnen.




Innenraum
Das Interieur des Smart #5 Brabus versprüht echtes Mercedes-Feeling mit einem Schuss High-Tech-Spielerei. Hochwertige Materialien wie Mikrofaser am Dachhimmel und an den Sitzen treffen auf Carbon-Optik und rote Ziernähte. Das Cockpit wird von drei Bildschirmen dominiert, wobei das Beifahrerdisplay echtes Entertainment inklusive Candy Crush oder Film-Streaming bietet. Ein AMD-Chip sorgt dafür, dass das System extrem flüssig läuft. Zu den luxuriösen Details gehören eine gekühlte Mittelarmlehne, zwei gekühlte induktive Ladeflächen für Smartphones und eine Sennheiser-Soundanlage, deren Lautsprecher im Armaturenbrett sogar elektrisch ausfahren. Sogar ChatGPT ist im Sprachassistenten integriert, um während der Fahrt Fragen zu beantworten oder Witze zu erzählen. Die Qualität der Sitze ist hervorragend und bietet dank Heizung und Belüftung hohen Langstreckenkomfort.
Motorvarianten
Smart bietet den #5 in verschiedenen Leistungsstufen an. Der Einstieg erfolgt über Heckantriebs-Modelle (Pro/Pro Plus) mit Batterien von 76 bis 100 kWh. Die Premium-Variante bietet mit der 100 kWh Batterie die höchste Reichweite von bis zu 590 km (WLTP). Die Allrad-Modelle Puls und Brabus setzen auf maximale Performance. Besonders beeindruckend ist die Ladetechnik: Dank 800-Volt-Architektur kann der Smart #5 mit bis zu 400 kW laden. In unserem Test an einer 300-kW-Säule haben wir in nur 18 Minuten von 20 auf 84 % geladen – ein Spitzenwert, der selbst teurere Konkurrenten wie den Mercedes EQB oder Skoda Enyaq alt aussehen lässt. Der Realverbrauch lag bei uns zwischen 21 und 26 kWh pro 100 km, was angesichts der Leistung und Stirnfläche akzeptabel ist.
Fazit
Der Smart #5 Brabus ist kein typischer Smart mehr – er ist ein hochmodernes, extrem leistungsstarkes SUV, das vor allem durch seine überragende Ladeleistung und das hochwertige Interieur besticht. Mit einem Preis von über 60.000 € ist er zwar kein Schnäppchen, bietet aber im Vergleich zur Konkurrenz von Mercedes oder BMW deutlich mehr Leistung und Technik fürs Geld. Wer auf das brachiale Brabus-Design und die 646 PS verzichten kann, findet in der Premium-Variante den vernünftigeren Allrounder mit mehr Reichweite. Insgesamt ist der #5 jedoch ein mutiges Statement von Smart, das zeigt, wie viel „Vorsprung durch Technik“ heute in einem südkoreanisch-chinesisch-deutschen Gemeinschaftsprojekt stecken kann.
Der Autor
Autos begleiten mich nicht nur – sie prägen mich. Schon früh hat sich bei mir eine tiefe Begeisterung für alles entwickelt, was vier Räder hat. Diese Leidenschaft geht weit über den Alltag hinaus: Motorsport ist ein fester Bestandteil meines Lebens, genauso wie die Faszination für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte – vom kompromisslosen Sportwagen bis hin zum durchdachten Alltagsauto.
Über die Jahre habe ich mir durch zahlreiche Testberichte und praktische Erfahrungen ein fundiertes Verständnis für Fahrzeuge erarbeitet. Ich durfte viele Autos nicht nur kurz bewegen, sondern sie wirklich kennenlernen – auf der Straße, im Alltag und in unterschiedlichsten Situationen. Genau dieser Erfahrungsschatz fließt in meine Inhalte ein.
Danke, dass Ihr meine Leidenschaft teilt und Euch die Zeit nehmt, meine Inhalte zu verfolgen. 🚗

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