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Xpeng L03 im Test: Der chinesische Technologie-Schock im Kompaktsegment

Mit dem neu vorgestellten Xpeng L03 bringt der chinesische Elektroauto-Spezialist ein Crossover-Coupé auf den europäischen Markt, das preislich und technologisch für eine echte Ansage im C-Segment sorgt. Mit einem Einstiegspreis von 35.600 € zielt der L03 direkt auf etablierte Konkurrenten wie den VW ID.4 oder das Tesla Model Y, bietet dabei jedoch eine Serienausstattung, für die man bei europäischen Herstellern nicht selten an der 50.000-Euro-Marke kratzen muss. Das Modell ist in den vier rein elektrischen Ausführungslinien RWD Standard Range, RWD Long Range, AWD Performance und AWD Performance Ultra bestellbar. Die Topversion schlägt mit maximal 46.600 € zu Buche. Zudem steht für die Ultra-Line die optionale Black Edition für 1.200 € Aufpreis in der Preisliste, die dem Fahrzeug dunkle Embleme, die Sonderlackierung „Midnight Black“ und schwarze 20-Zoll-Felgen spendiert.

In den Abmessungen erstreckt sich das schnittige Fastback auf 4,65 Meter Länge, 1,92 Meter Breite und 1,60 Meter Höhe. Der Radstand ist mit 2,85 Metern für diese Fahrzeugklasse extrem üppig bemessen. Die Karosserie wurde kompromisslos auf Aerodynamik getrimmt, was sich in einem hervorragenden Cw-Wert von 0,228 niederschlägt. Die Frontpartie wird von prägnanten Voll-LED-Scheinwerfern mit 400 einzeln angesteuerten LED-Segmenten und einem Fernlichtassistenten dominiert (Matrix-LED wird nicht angeboten). Aktive, zweistufige Kühlergrill-Lamellen im unteren Stoßfänger öffnen oder schließen sich je nach Kühlbedarf der LFP-Batterie.

Weitere Exterieur-Highlights sind die rahmenlosen Türen mit versenkten Türgriffen, die bündige „Water-Cut“-Sicherheitsverglasung, abgedunkelte Privacy-Scheiben im Fond sowie ein 1,31 m² großes Panoramadach mit Low-E-Doppelsilberbeschichtung, das Sonnenhitze abblockt. Serienmäßig steht der L03 auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern, während die Ultra-Versionen ab Werk mit 20-Zoll-Aero-Sportfelgen und gelb lackierten Bremssätteln vorrollen.

Antrieb, Batterietechnik und Fahrassistenz

Da es sich bei der Erstpräsentation um eine Studio-Statikpremiere handelte, liegen noch keine eigenen dynamischen Fahreindrücke vor. Die technischen Eckdaten der auf einer 400-Volt-Architektur basierenden Plattform lesen sich auf dem Papier jedoch vielversprechend:

  • RWD Standard Range (35.600 €): Heckantrieb mit 180 kW (245 PS) und 264 Nm Drehmoment. In Kombination mit dem 58,3-kWh-LFP-Nettoakku absolviert er den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,6 Sekunden (7,5 Sekunden bei der Einstiegsvariante). Die WLTP-Reichweite beträgt 445 km. Geladen wird an DC-Schnellladesäulen mit bis zu 193 kW.

  • RWD Long Range (38.600 €): Gleiche Heckmotorisierung mit 245 PS, jedoch mit einem größeren 71,2-kWh-LFP-Akkupack. Die WLTP-Reichweite steigt auf 520 km. Die maximale DC-Ladeleistung klettert auf beachtliche 236 kW.

  • AWD Performance & Performance Ultra (ab 41.600 €): Dual-Motor-Allradantrieb mit 285 kW (387 PS) Systemleistung. Damit katapultiert sich das Crossover-Coupé in nur 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die WLTP-Reichweite liegt bei knapp 440 km.

Bei allen rein elektrischen Varianten ist die Höchstgeschwindigkeit elektronisch bei 180 km/h abgeregelt. Trotz des Verzichts auf ein teures 800-Volt-System gelingt der Standard-Ladehub von 10 auf 80 % SoC dank der hohen Peak-Ladeleistung von bis zu 236 kW in nur rund 20 Minuten. Die Akkus unterstützen zudem bidirektionales Laden (V2L), wodurch externe 230V-Geräte betrieben werden können.

Für den Herbst kündigt Xpeng zudem erstmals eine Range-Extender-Variante (EREV) an: Dieser kombiniert einen 1,5-Liter-Benzinmotor als Generator mit einer 37,25-kWh-LFP-Batterie und soll eine Gesamtreichweite von über 1.000 Kilometern bieten. Beim Thema Fahrassistenz verbaut Xpeng in der Ultra-Version drei hauseigene Turing-KI-Chips mit einer gigantischen Rechenleistung. Das System ermöglicht hochgradig autonomes Fahren auf Level 2+ Niveau und kombiniert 13 Assistenzsysteme mit einer Innenraum-Kamera zur Fahrerüberwachung und Kinderpräsenzerkennung.

Platzangebot und Variabilität

Der lange Radstand von 2,85 Metern schlägt sich im Innenraum negativ auf die Kompaktheit, aber extrem positiv auf die Platzverhältnisse nieder. Im Fond bietet der L03 eine beinahe unerschöpfliche Kniefreiheit. Passagiere bis 1,80 Meter Körpergröße reisen extrem komfortabel, da die Sitzbank um etwa 10 bis 15 Grad nach hinten geneigt ist und ein Sessel-ähnliches Liegegefühl erzeugt. Trotz der abfallenden Dachlinie verbleibt dank des großflächigen Glasdachs etwa eine Faustbreite Kopffreiheit. Unter der zweiten Sitzreihe versteckt sich ein praktisches, 10 Liter großes Schubfach für Kleinkram.

Der hintere Kofferraum fasst im Standardzustand 367 Liter durch die Fließheck-Bauweise spürbar weniger als beim Model Y, aber absolut ausreichend für die tägliche Nutzung. Unter der flachen Ladefläche befindet sich ein weiteres tiefes Staufach für Kabel oder das Reifenpannenset. Die Rücksitzlehne lässt sich im variablen 40/20/40-Split umklappen, wodurch eine ebene Ladefläche mit bis zu 1.131 Litern Ladevolumen entsteht. Durch die integrierte Skidurchreiche lassen sich lange Gegenstände mühelos verladen. Im Laderagum selbst befinden sich eine 12V-Steckdose (180 Watt), LED-Spots sowie stabile Einkaufshaken.

Ein echtes Lade-Plus ist der vordere Kofferraum: Unter der mit Gasdruckdämpfern öffnenden Fronthaube befindet sich bei den Heckantriebs-Varianten ein riesiger 89-Liter-Frunk. Bei den Allrad-Modellen schrumpft dieser durch den vorderen E-Motor auf immer noch nutzbare 44 Liter. Ergänzt wird die Variabilität durch eine serienmäßige, manuell ansteckbare Anhängerkupplung, die eine gebremste Anhängelast von bis zu 1.500 kg und eine Stützlast von 75 kg bewältigt.

Abmessungen & Maße
Länge4.65 m
Breite1.92 m
Höhe1.60 m
Radstand2.85 mm
Ladevolumen367 - 1.131 l
Tankinhalt--
Frunk44-89 l
Dachlast75 kg
Anhängelast750 - 1500 kg
Stützlast-- kg

Innenraum, Infotainment und Ergonomie

Das Cockpit des Xpeng L03 präsentiert sich kompromisslos minimalistisch. Ein klassisches Tachodisplay hinter dem Lenkrad gibt es nicht, stattdessen setzt Xpeng auf ein riesiges Head-up-Display mit bis zu 27 Zoll Projektionsfläche. Dieses spiegelt nicht nur Geschwindigkeit und Navigation auf die Fahrbahn, sondern zeigt beim Einlegen des Rückwärtsgangs sogar das Bild der Rückfahrkamera direkt im Blickfeld des Fahrers an. Das stark abgeflachte Multifunktions-Sportlenkrad erinnert in den Abmessungen an die i-Cockpit-Philosophie von Peugeot.

In der Mittelkonsole thront das hochauflösende Zentralsystem, das auf Google-Maps-Kartenmaterial samt intelligenter Lade-Routenplanung zurückgreift. Zudem sind kabelloses Apple CarPlay und Android Auto fest integriert. Das System nutzt einen lernfähigen KI-Sprachassistenten, der mehrzonig auf natürliche Sprachbefehle reagiert. Ein immersives Highlight ist die interaktive 256-Farben-Ambientebeleuchtung, die das Lichtband indirekt durch satinierte Rillen im Armaturenbrett fächert, anstatt den Fahrer direkt anzustrahlen. In der Ultra-Ausstattung verbaut Xpeng zudem eine 1.000 Watt starke Premium-Soundanlage, inklusive zwei diskret in die Fahrer-Kopfstütze integrierten Lautsprechern für dezente Navigationsansagen.

Die Verarbeitungsqualität im vorderen wie hinteren Innenraum überrascht positiv: Bis auf den untersten Schwellerbereich sind fast alle Oberflächen mit Soft-Touch-Materialien, Kunstleder oder Stoff bezogen. Die Sitze sind ab Werk elektrisch verstellbar, beheizbar sowie ventiliert. Einzige Geschmacksfrage: In allen Interieur-Farbwelten (Light Grey oder Dark Grey) sind feste, violett-lilafarbene Akzentleisten verbaut, die sich im Konfigurator nicht abwählen lassen. Die Mittelkonsole bietet eine aktiv gekühlte 50W-Ladefläche für Smartphones, zwei Cupholder sowie ein durchgängiges, zweistöckiges Ablagefach im unteren Bereich.

Fazit

Der Xpeng L03 erweist sich bereits im Stand als ein extremes Preis-Leistungs-Phänomen. Für 35.600 € Einstiegspreis liefert der chinesische Hersteller ein Crossover-Coupé ab, das in Sachen Ladeleistung (236 kW), Sprachbedienung, HUD-Technologie und Serienausstattung Maßstäbe setzt. Wer mit dem Verzicht auf physische Tasten und dem recht überschaubaren Hauptkofferraum von 367 Litern leben kann, erhält ein extrem geräumiges, futuristisches Elektroauto mit echter Langstreckentauglichkeit.

Gegenüber der Konkurrenz ordnet sich der L03 stark ein: Ein VW ID.4 ist im Vergleich deutlich teurer und bietet bei weitem nicht die Rechenleistung oder Ladeperformance der LFP-Plattform. Ein Tesla Model Y bietet zwar mehr Kofferraumvolumen, wirkt im Innenraum jedoch spartanischer und verzichtet auf Features wie das riesige HUD, die Sitzbelüftung oder den 89-Liter-Frunk im Einstiegsmodell. Mit der angekündigten Range-Extender-Variante im Herbst dürfte Xpeng zudem auch den letzten Reichweiten-Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Preise & Antrieb
Startpreis35.600 €
Preis des Testwagens35.600 €
Motor58,3kWh LFP
Leistung245 PS 264Nm
Getriebe --
Antrieb Heckantrieb

Der Autor

Autos begleiten mich nicht nur – sie prägen mich. Schon früh hat sich bei mir eine tiefe Begeisterung für alles entwickelt, was vier Räder hat. Diese Leidenschaft geht weit über den Alltag hinaus: Motorsport ist ein fester Bestandteil meines Lebens, genauso wie die Faszination für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte – vom kompromisslosen Sportwagen bis hin zum durchdachten Alltagsauto.

Über die Jahre habe ich mir durch zahlreiche Testberichte und praktische Erfahrungen ein fundiertes Verständnis für Fahrzeuge erarbeitet. Ich durfte viele Autos nicht nur kurz bewegen, sondern sie wirklich kennenlernen – auf der Straße, im Alltag und in unterschiedlichsten Situationen. Genau dieser Erfahrungsschatz fließt in meine Inhalte ein.

Danke, dass Ihr meine Leidenschaft teilt und Euch die Zeit nehmt, meine Inhalte zu verfolgen.

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