Der Mitsubishi Outlander meldet sich als Plug-in Hybrid (PHEV) eindrucksvoll zurück und setzt dabei auf ein Antriebskonzept, das sich deutlich von der deutschen Konkurrenz abhebt. Mit einer Länge von 4,72 Metern, einer Höhe von 1,74 Metern und einer Breite von über 1,87 Metern (ohne Spiegel) ist der Outlander ein stattliches SUV-Schiff. Er bringt rund 2,15 Tonnen auf die Waage, was seine massive Präsenz unterstreicht. Der Einstiegspreis beginnt bei 46.990 € für das Basismodell, das bereits die volle Systemleistung von 306 PS bietet. Unser Testwagen in der „Top“-Ausstattung inklusive Sonderlackierung und 20-Zoll-Felgen knackt jedoch die Marke von 59.000 €. Optisch besticht die Front durch adaptive LED-Scheinwerfer und das markante „Outlander“-Lettering auf der Motorhaube, während das Heck mit modernen LED-Grafiken überzeugt.
Fahreindruck
Hinter dem Steuer wird schnell klar: Der Outlander ist auf maximalen Komfort ausgelegt, nicht auf radikale Sportlichkeit. Dank des Ein-Gang-Automatikgetriebes gibt es keinerlei Schaltpausen, was das Gleiten extrem ruhig und harmonisch macht. Die Federung schluckt Unebenheiten souverän weg. Das Zusammenspiel der drei Motoren (ein Verbrenner, zwei Elektromotoren) funktioniert im Alltag fast unbemerkt. Ein kleiner Wermutstropfen für Autobahnfahrer: Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 170 km/h (laut Tacho ca. 180 km/h) limitiert. Die 306 PS sorgen dennoch für einen kräftigen Durchzug, ideal für Überholvorgänge. In der Stadt punktet der Wagen mit einem überraschend kleinen Wendekreis von nur 11 Metern, was ihn trotz seiner Größe agil wirken lässt.
Platzangebot
Das Platzangebot im Outlander ist schlichtweg großzügig. Im Fond genießen Passagiere massig Bein- und Fußfreiheit, unterstützt durch eine verstellbare Rückbank. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 498 Litern, das sich auf bis zu 1.404 Liter erweitern lässt. Besonders praktisch: Die Rücksitze lassen sich bequem über Hebel direkt vom Kofferraum aus umklappen. Ein echtes Highlight für Camper oder Outdoor-Fans ist die 240V-Steckdose im Heck (verfügbar in höheren Ausstattungslinien), an der problemlos Kühlboxen oder andere Geräte betrieben werden können. Für den Transport schwererer Lasten bietet der Outlander eine Anhängelast von 1,6 Tonnen bei einer Stützlast von 80 kg.




Innenraum
Der Innenraum wirkt hochwertig und gut durchdacht. Die Klimaanlage wird glücklicherweise noch über physische Knöpfe getrennt vom Infotainment-System gesteuert. Das digitale Cockpit und das Head-up-Display versorgen den Fahrer mit allen wichtigen Informationen. Das Infotainment bietet Wireless Apple CarPlay und Android Auto, eine induktive Ladefläche sowie ein Premium-Soundsystem von Yamaha (ab Top-Ausstattung). Ein Kritikpunkt ist jedoch die Fahrerüberwachung und der Geschwindigkeitswarner: Beide Systeme agieren sehr sensibel und akustisch aufdringlich, wobei das Deaktivieren über mehrere Untermenüs im Bordcomputer recht umständlich gelöst ist. Ein Highlight für Frischluftfans ist das große Panorama-Glasschiebedach, das sich weit öffnen lässt.
Motorvarianten und Ladetechnik
Mitsubishi setzt auf ein serielles Hybridsystem: Ein 2,4-Liter-Vierzylinder (136 PS) dient primär als Generator für die Batterie, während zwei Elektromotoren (116 PS vorne, 136 PS hinten) für den Vortrieb und einen elektrischen Allradantrieb sorgen. Die 22,7 kWh Batterie ermöglicht eine beachtliche rein elektrische Reichweite von bis zu 85 km (über 100 km in der Stadt). Geladen wird entweder über den Typ-2-Stecker (3,6 kW) oder über den mittlerweile seltenen CHAdeMO-Schnellladeanschluss. Letzterer ist zwar ein Bonus für einen PHEV, jedoch ist die Infrastruktur für diesen Steckertyp im Vergleich zu CCS deutlich seltener, was die Nutzung im öffentlichen Raum erschwert.
Fazit
Der Mitsubishi Outlander PHEV ist der ideale Begleiter für Fahrer, die den Komfort eines Elektroautos mit der Reichweitenangst-Freiheit eines Verbrenners kombinieren wollen. Er bietet viel Platz, eine hohe Systemleistung und eine überzeugende elektrische Reichweite für den Alltag. Wer über die etwas eigenwillige Ladetechnik und die bevormundenden Assistenzsysteme hinwegsehen kann, erhält ein sehr komfortables und technisch interessantes SUV, das sich deutlich vom Einheitsbrei abhebt. Besonders das sanfte Fahrgefühl ohne Gangwechsel macht ihn zu einem Geheimtipp für entspannte Gleiter.
Der Autor
Autos begleiten mich nicht nur – sie prägen mich. Schon früh hat sich bei mir eine tiefe Begeisterung für alles entwickelt, was vier Räder hat. Diese Leidenschaft geht weit über den Alltag hinaus: Motorsport ist ein fester Bestandteil meines Lebens, genauso wie die Faszination für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte – vom kompromisslosen Sportwagen bis hin zum durchdachten Alltagsauto.
Über die Jahre habe ich mir durch zahlreiche Testberichte und praktische Erfahrungen ein fundiertes Verständnis für Fahrzeuge erarbeitet. Ich durfte viele Autos nicht nur kurz bewegen, sondern sie wirklich kennenlernen – auf der Straße, im Alltag und in unterschiedlichsten Situationen. Genau dieser Erfahrungsschatz fließt in meine Inhalte ein.
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