Renault Austral Facelift im Test: Der City-SUV mit dem unschlagbaren Wendekreis

Renault Austral Facelift im Test: Der City-SUV mit dem unschlagbaren Wendekreis

Der Renault Austral ist seit 2022 ein Erfolgsmodell für die Franzosen, doch mit dem Facelift 2025 wurde der kompakte SUV noch einmal spürbar nachgeschärft. Optisch passt er sich nun dem neuen Markendesign von Renault an und übernimmt die moderne Formsprache des größeren Rafale. Besonders markant sind das neue Tagfahrlicht und der überarbeitete Kühlergrill mit dem neuen Renault-Logo. Mit einer Länge von 4,51 Metern, einer Breite von 1,83 Metern und einer Höhe von 1,65 Metern ist er perfekt in der Klasse der Kompakt-SUVs positioniert. Der Einstiegspreis beginnt bei attraktiven 34.900 € für die Evolution-Ausstattung. Wer jedoch das volle Paket möchte – so wie unser Testwagen in der sportlichen Esprit Alpine Ausstattung mit dem 200 PS Full Hybrid – landet inklusive Sonderlackierung in Dolomit-Grau Satin bei rund 52.490 €. Renault bietet hier eine Dachlast von 75 kg und 20-Zoll-Felgen, die dem Austral einen sehr präsenten Auftritt verleihen.

Fahreindruck

Das absolute Highlight und ein echtes Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse ist das 4Control Advanced System – Renaults Allradlenkung. Für einen Aufpreis von 1.500 € lenken die Hinterräder mit bis zu 5° ein, was den Wendekreis auf sensationelle 10,1 Meter reduziert. Das macht den Austral in engen Parkhäusern und im Stadtverkehr so agil wie einen Kleinwagen. Auf der Autobahn sorgt das System durch gleichsinniges Lenken der Hinterräder (bis zu 1°) für zusätzliche Stabilität. Renault hat beim Facelift zudem massiv in die Geräuschdämmung investiert: Dank Verbundglas und neuen Dichtungen ist es im Innenraum selbst bei der Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h beeindruckend leise. Das Fahrwerk ist trotz der großen 20-Zoll-Räder komfortabel abgestimmt, wobei man kurze Stöße aufgrund der Felgengröße dennoch spürt. Die Assistenzsysteme arbeiten dank Google-Daten vorausschauend und bieten autonomes Fahren auf Level 2 (Travel Assist), was lange Strecken sehr entspannt macht.

Platzangebot

Im Innenraum beweist der Austral echte Variabilität. Ein großer Pluspunkt ist die verschiebbare Rückbank, mit der man entweder den Knieraum für die Passagiere maximieren oder den Kofferraum vergrößern kann. Die Beinfreiheit ist für ein Auto dieser Größe ordentlich, auch wenn der Mitteltunnel hinten fehlt und somit ein ebenes Einsteigen ermöglicht. Der Kofferraum bietet beim Full Hybrid ein Volumen von 527 Litern, das bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 1.736 Liter anwächst. Wer sich für den Mild Hybrid entscheidet, erhält konstruktionsbedingt sogar 50 Liter mehr Volumen. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt die 60:40-Teilung der Rücklehne ohne Durchlademöglichkeit für Skier. Praktisch sind hingegen die ISOFIX-Punkte, die durch einfache Klappen leicht zugänglich sind, sowie die elektrische Heckklappe mit Kick-Funktion.

Innenraum

Der Innenraum des Austral gehört zu den modernsten seiner Klasse. Das Herzstück ist das OpenR Link Infotainment-System, das auf Android Automotive basiert. Mit integriertem Google Maps und dem Google Play Store funktioniert die Navigation und App-Nutzung so schnell und intuitiv wie auf einem Smartphone. Die Verarbeitung ist hochwertig, besonders in der Esprit Alpine Ausstattung mit Alcantara-Elementen und blauen Ziernähten. Ein cleveres Detail ist die verschiebbare Mittelarmlehne, die eine induktive Ladefläche für das Handy bietet. Über den „My Safety“-Knopf lassen sich zudem alle persönlichen Assistent-Einstellungen mit nur einem Doppelklick aktivieren – ein Segen für alle, die nervige Warntöne schnell ausschalten wollen. Während vorne alles in LED erstrahlt, überrascht Renault im Kofferraum jedoch mit einer einfachen Halogenleuchte.

Motorvarianten

Renault bietet den Austral mit zwei Hybrid-Antrieben an. Der populärste Motor ist der E-Tech Full Hybrid 200, den wir im Test hatten. Er kombiniert einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit zwei Elektromotoren. Das System leistet insgesamt 200 PS und ermöglicht es, in der Stadt bis zu 80 % der Zeit rein elektrisch zu fahren. Dies drückt den Realverbrauch auf beachtliche 6,1 bis 6,4 Liter im Winter – im Sommer ist der offizielle Wert von 4,8 Litern durchaus erreichbar. Alternativ gibt es den Mild Hybrid 150 mit einem 1,3-Liter-Vierzylinder und Automatik, der zwar keine rein elektrischen Fahrten erlaubt, dafür aber eine höhere Anhängelast von 1,8 Tonnen bietet (der Full Hybrid schafft 1,5 Tonnen). Die Abstimmung zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor beim Full Hybrid ist meist harmonisch, zeigt aber gelegentlich kurze Schaltpausen bei starker Beschleunigung.

Fazit

Der Renault Austral Facelift ist ein extrem solider Allrounder, der vor allem durch seine Technik besticht. Die Kombination aus Google-Infotainment und der einzigartigen Allradlenkung macht ihn zum aktuell besten SUV für den urbanen Raum in dieser Größenordnung. Er ist modern, gut isoliert und verbrauchsgünstig. Zwar mag der Dreizylinder im Full Hybrid für manche ein emotionaler Kritikpunkt sein, in der Praxis überzeugt das System jedoch durch Effizienz und Ruhe. Wer viel in der Stadt unterwegs ist und Wert auf einfache Bedienung und Wendigkeit legt, kommt am Austral kaum vorbei. Er ist eine ernstzunehmende Konkurrenz für Schwergewichte wie den VW Tiguan oder den Hyundai Tucson, bietet aber mit der Allradlenkung das entscheidende Quäntchen mehr Fahrspaß im Alltag.

Der Autor

Autos begleiten mich nicht nur – sie prägen mich. Schon früh hat sich bei mir eine tiefe Begeisterung für alles entwickelt, was vier Räder hat. Diese Leidenschaft geht weit über den Alltag hinaus: Motorsport ist ein fester Bestandteil meines Lebens, genauso wie die Faszination für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte – vom kompromisslosen Sportwagen bis hin zum durchdachten Alltagsauto.

Über die Jahre habe ich mir durch zahlreiche Testberichte und praktische Erfahrungen ein fundiertes Verständnis für Fahrzeuge erarbeitet. Ich durfte viele Autos nicht nur kurz bewegen, sondern sie wirklich kennenlernen – auf der Straße, im Alltag und in unterschiedlichsten Situationen. Genau dieser Erfahrungsschatz fließt in meine Inhalte ein.

Danke, dass Ihr meine Leidenschaft teilt und Euch die Zeit nehmt, meine Inhalte zu verfolgen. 🚗

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