Pünktlich zum Jahreswechsel 2025/2026 präsentiert sich der Kia Sportage mit einem umfangreichen Facelift. Auch wenn der Startpreis leicht um 500 € auf nun 35.190 € gestiegen ist, rechtfertigen die optischen und technischen Neuerungen diesen Aufschlag. Das markanteste Merkmal ist die völlig neu gestaltete Front: Das bisherige „Bumerang-Licht“ weicht einem vertikalen LED-Design, das sich an den großen Brüdern EV9 und Sorento orientiert. Mit einer Länge von 4,54 Metern ist das SUV um 2,5 cm gewachsen, während Breite (1,86 m) und Höhe (1,64 m) nahezu identisch geblieben sind. Dank der neuen „Blueflame Metallic“-Lackierung und der hochwertigen GT-Line Ausstattung wirkt der Sportage moderner und präsenter denn je. Kia bietet zudem eine beeindruckende Vielfalt von 17 Außenfarben an, was in diesem Segment fast einzigartig ist.


Fahreindruck
Auf unserer Testfahrt von Kassel nach Hamburg zeigte sich der Sportage als komfortabler Reisebegleiter. Der 1,6-Liter-Turbo-Benziner mit 180 PS in Kombination mit dem Allradantrieb bietet ausreichend Souveränität, auch wenn er mit einer Sprintzeit von 9,8 Sekunden auf 100 km/h kein Sportwagen ist. Das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) arbeitet auf der Langstrecke unauffällig, zeigt jedoch beim Anfahren in der Stadt gelegentlich ein leichtes Zögern. Ein echtes Highlight sind die überarbeiteten Assistenzsysteme: Der adaptive Tempomat mit Spurzentrierung verfügt nun über eine kapazitive Handerkennung (HOD). Es reicht also eine leichte Berührung des Lenkrads, damit das System erkennt, dass der Fahrer aufmerksam ist. Dank der elektronischen Dämpferkontrolle (ECS) der GT-Line lassen sich verschiedene Fahrmodi wie Eco, Sport und ein spezieller Snow-Modus wählen, der uns bei winterlichen Bedingungen in Hamburg sicher ans Ziel brachte.
Platzangebot
Der Kia Sportage bleibt ein Meister der Raumausnutzung und damit ein idealer Familien-Allrounder. Der Kofferraum bietet ein großzügiges Volumen von 587 Litern, das sich durch Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.776 Liter erweitern lässt. Dank des praktischen 40:20:40-Splits der Rücksitze können auch lange Gegenstände wie Skier problemlos geladen werden, während zwei Passagiere hinten weiterhin bequem sitzen. Im Fond selbst genießen Passagiere überdurchschnittlich viel Bein- und Fußfreiheit. Ein cleveres Detail: Die Neigung der Rücksitzlehnen lässt sich individuell verstellen, was den Langstreckenkomfort massiv erhöht. Auch praktische Elemente wie USB-C-Anschlüsse in den Sitzlehnen der Vordersitze und Kleiderhaken an den Kopfstützen unterstreichen die Durchdachtheit des Innenraums.



Innenraum
Im Interieur hat Kia konsequent an den Schwachstellen gearbeitet. Das bisher oft kritisierte Klavierlack-Finish (Piano Black) an der Mittelkonsole wurde durch ein mattes, unempfindlicheres Material ersetzt, das deutlich weniger anfällig für Kratzer und Fingerabdrücke ist. Das Zentrum des Cockpits bildet ein neues, leicht gewölbtes Panorama-Display, das zwei 12,3-Zoll-Bildschirme vereint. Die Software arbeitet schnell und unterstützt nun Wireless Apple CarPlay und Android Auto. Besonders hervorzuheben ist die umschaltbare Bedienleiste unter dem Display, die je nach Bedarf entweder die Klimatisierung oder Shortcuts für das Infotainment steuert. Hochwertige Materialien wie Alcantara-Applikationen und die belüfteten Sitze der GT-Line sorgen für ein echtes Premium-Gefühl, auch wenn im Dachhimmel vereinzelt noch Halogen- statt LED-Leuchten zu finden sind.
Motorvarianten
Zum Marktstart des Facelifts bietet Kia eine breite Palette an Antriebsformen. Neben dem von uns getesteten 1,6-Liter-Benziner mit 150 oder 180 PS bleibt der effiziente Diesel weiterhin im Programm – ideal für Vielfahrer und Gespannfahrer, da er mit manuellem Getriebe eine Anhängelast von bis zu 1.950 kg (statt 1.650 kg beim Benziner) bewältigt. Ebenfalls verfügbar ist ein klassischer Full-Hybrid. Ein Plug-in-Hybrid (PHEV) wurde bereits angekündigt und wird im Laufe des Jahres 2026 das Portfolio ergänzen. In Sachen Verbrauch pendelte sich unser Testwagen bei Richtgeschwindigkeit 120 km/h bei etwa 8,0 Litern ein. Bei zügigerer Fahrweise (150-160 km/h) steigt der Konsum auf etwa 10,6 Liter, was angesichts des Allradantriebs und der Winterbereifung ein absolut vertretbarer Wert ist.
Fazit
Das Facelift des Kia Sportage 2026 ist rundum gelungen. Er behält seine Stärken als praktischer, geräumiger Familien-SUV bei und legt bei Design und digitalem Komfort deutlich nach. Besonders das neue Bedienkonzept ohne störendes Piano Black und die verbesserten Assistenzsysteme machen ihn zu einem der stärksten Angebote in seiner Klasse. Wer einen zuverlässigen Allrounder mit viel Platz und moderner Optik sucht, kommt am Sportage kaum vorbei – nicht umsonst ist er mit weltweit über 7 Millionen verkauften Einheiten das Herzstück der Marke Kia. Wer maximale Anhängelast benötigt, sollte zum Diesel greifen; für Technik-Fans und Stadtpendler wird der kommende Plug-in-Hybrid die erste Wahl sein.
Der Autor
Autos begleiten mich nicht nur – sie prägen mich. Schon früh hat sich bei mir eine tiefe Begeisterung für alles entwickelt, was vier Räder hat. Diese Leidenschaft geht weit über den Alltag hinaus: Motorsport ist ein fester Bestandteil meines Lebens, genauso wie die Faszination für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte – vom kompromisslosen Sportwagen bis hin zum durchdachten Alltagsauto.
Über die Jahre habe ich mir durch zahlreiche Testberichte und praktische Erfahrungen ein fundiertes Verständnis für Fahrzeuge erarbeitet. Ich durfte viele Autos nicht nur kurz bewegen, sondern sie wirklich kennenlernen – auf der Straße, im Alltag und in unterschiedlichsten Situationen. Genau dieser Erfahrungsschatz fließt in meine Inhalte ein.
Danke, dass Ihr meine Leidenschaft teilt und Euch die Zeit nehmt, meine Inhalte zu verfolgen.
Mail: Kontakt@nonstopdriving.eu






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